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	<title>minimeta material &#187; Alain Badiou</title>
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		<title>Staatstheoretische Todo-Liste</title>
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		<pubDate>Sun, 01 Mar 2009 11:07:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>caribu</dc:creator>
				<category><![CDATA[Messianismus]]></category>
		<category><![CDATA[Alain Badiou]]></category>
		<category><![CDATA[Carl Schmitt]]></category>
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		<category><![CDATA[Religion]]></category>
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		<category><![CDATA[Walter Benjamin]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn Walter Benjamin mit seiner Diagnose vom Kapitalismus als Religion recht hat, und wenn Carl Schmitt mit seiner These von den theologischen Fundamenten der Staatsphilosophie recht hat, und wenn Jacob Taubes mit seiner Analyse, dass Benjamin Schmitt von links, d.h. von unten liest, recht hat, dann müßte sich mit Marx als dem Begründer des historischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_201" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://blog.minimeta.de/wp-content/uploads/2009/03/tuerkischer_schachspieler_racknitz3.jpg"><img class="size-medium wp-image-201" title="Wolfgang von Kempelen: Türkischer Schachspieler (1789)" src="http://blog.minimeta.de/wp-content/uploads/2009/03/tuerkischer_schachspieler_racknitz3-300x270.jpg" alt="Wolfgang von Kempelen: Türkischer Schachspieler (Kupferstich aus dem Buch: Freiherr Joseph Friedrich zu Racknitz, Ueber den Schachspieler des Herrn von Kempelen, Leipzig und Dresden 1789)" width="300" height="270" /></a><p class="wp-caption-text">Wolfgang von Kempelen: Türkischer Schachspieler (Kupferstich aus dem Buch: Freiherr Joseph Friedrich zu Racknitz, Ueber den Schachspieler des Herrn von Kempelen, Leipzig und Dresden 1789)</p></div>
<p>Wenn Walter Benjamin mit seiner Diagnose vom Kapitalismus als Religion recht hat, und wenn Carl Schmitt mit seiner These von den theologischen Fundamenten der Staatsphilosophie recht hat, und wenn Jacob Taubes mit seiner Analyse, dass Benjamin Schmitt von links, d.h. von unten liest, recht hat, dann müßte sich mit Marx als dem Begründer des historischen Materialismus als Theorie des Kapitalismus und mit Schmitts auf Benjaminsche Weise invertierter Staatsphilosophie eine kritische Staatstheorie entwickeln lassen.</p>
<p>In Bezug dazu: Schon das Benjamin Religion im Kapitalismus, Schmitt aber Theologie im Staat sieht, weisst auf bestimmte (wichtige?) Beziehungen zwischen Staat und Kapitalismus hin. Nämlich, dass der Staat in einer höheren Abstraktionsebene als der Kapitalismus zu bestimmen sein wird.</p>
<p>In Bezug dazu: Eine Parallele zwischen Kapitalismus und (christlicher) Religion besteht im Paulinischen Universalitätsgebot (s. Badiou): Vor Geld und Gott (und vielleicht: vor dem idealen Rechtsstaat?) sind alle gleich.</p>
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		<title>Paulus und sein Christos</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Feb 2009 11:32:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>caribu</dc:creator>
				<category><![CDATA[Messianismus]]></category>
		<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Agamben]]></category>
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		<category><![CDATA[Religion]]></category>
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		<description><![CDATA[Paulus scheint ein wichtiger Fokuspunkt für die Frage nach dem Messianismus zu sein. Dabei ist es interessant, sowohl seinen missionarischen Eifer als auch seine philo- bzw. polito-theologischen Argumente für seinen Messias und ihre aktuellen Interpretationen zu betrachten. Für Agamben (&#8220;Die Zeit die bleibt&#8220;) eröffnet das messianische Ereignis einen Blick auf ein anderes Verständnis von Zeit, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Paulus scheint ein wichtiger Fokuspunkt für die Frage nach dem Messianismus zu sein. Dabei ist es interessant, sowohl seinen missionarischen Eifer als auch seine philo- bzw. polito-theologischen Argumente für seinen Messias und ihre aktuellen Interpretationen zu betrachten.</p>
<div id="attachment_191" class="wp-caption alignnone" style="width: 160px"><img class="size-thumbnail wp-image-191" title="el_greco_st_paul" src="http://blog.minimeta.de/wp-content/uploads/2009/02/el_greco_st_paul-150x150.jpg" alt="Hl. Paulus von El Greco" width="150" height="150" /><p class="wp-caption-text">Hl. Paulus von El Greco</p></div>
<p><span id="more-186"></span>Für Agamben (&#8220;<a title="Perlentaucher: Die Zeit die bleibt" href="http://www.perlentaucher.de/buch/24199.html" target="_blank">Die Zeit die bleibt</a>&#8220;) eröffnet das messianische Ereignis einen Blick auf ein anderes Verständnis von Zeit, für Alain Badiou (&#8220;<a title="Diaphanes Verlag: Paulus - Die Begründung..." href="http://www.diaphanes.de/scripts/buch.php?ID=33" target="_blank">Paulus &#8211; Die Begründung des Universalismus</a>&#8220;), ist weniger das Ereignis an sich interessant, sondern die radikale Geste (bei Badiou &#8220;Wahrheitsprozess&#8221;), mit der sich Paulus zu diesem Ereignis verhält. Während Agamben in erster Linie versucht, die Gedanken des Paulus zu rekonstruieren, ist es Badious erklärtes Ziel, sie für die heutige Debatten nutzbar zu machen:</p>
<blockquote><p>Wenn ich heute auf ein paar Seiten die Einzigartigkeit dieser Verbindung [zwischen radikalem Bruch und Denken über diesen Bruch] bei Paulus nachdenken will, dann sicherlich deshalb, weil gegenwärtig überall [...] die Suche nach einer neuen militanten Figur zu spüren ist, einer Figur, die berufen wäre, derjenigen nachzufolgen, die am Beginn des Jahrhunderts Lenin und die Bolschewisten verkörpert haben&#8230;</p></blockquote>
<p>Badiou will intervenieren, genauso wie Paulus (und nach ihm Marx, Lenin etc, denen ja auch ein messianistischer Geist unterstellt wird) intervenierte. Die Frage nach dem messianistischen Elementen in Badious interventionistischen &#8220;Wahrheitsprozess&#8221; über die Universalität scheint sich ihm nicht zu stellen. In dieser Feststellung geht es nicht darum, die Leistung des Paulus zu verneinen, die in der radikalen Grenzüberschreitung der sozialen und ethnischen Kategorien der antiken Welt liegt, sondern es geht wieder um die Geste, diesmal die Badious, mit der er sich zu seinen Thesen zum Universalismus verhält.</p>
<p>Im Grunde genommen ist Badiou damit in die Falle des Messianismus gegangen. Einer Falle, der Agamben weitgehend entgeht, sowohl durch seinen rekonstruktiven Stil als auch durch den Bezug auf Walter Benjamins These vom &#8220;<a title="Volksbühne Berlin: Kapitalismus als Reigion" href="http://www.volksbuehne-berlin.de/theorie/produktionstexte/schuld_und_suehne/walter_benjamin/" target="_blank">Kapitalismus als Religion</a>&#8220;. Denn:</p>
<blockquote><p>Es liegt im Wesen dieser religiösen Bewegung, welche der Kapitalismus ist, das Aushalten bis ans Ende, bis an die endliche völlige Verschuldung Gottes, den erreichten Weltzustand der Verzweiflung auf die gerade noch gehofft wird.</p></blockquote>
<p>Diese Trinität aus Verzweiflung, Hoffnung und Teleologie ist auch der Hauptbestandteil des Messianismus, womit deutlich wird, dass auch die kapitalistische Religion nach Walter Benjamin messianistisch zu denken ist. Wo aber eine turbo-christliche Religion zu einem Gesellschaftsverhältnis so monströsen Charakters wie dem Kapitalismus verdinglicht worden ist, ist Mißtrauen gegenüber ihren Gründungsmythen äußerst angebracht. Die gegenwärtige Debatte aber über den Messianismus wird nicht müde, den Messianismus auf seine emanzipatorischen Bestandteile abzuklopfen. Gerhard Scheit z.B. behauptet in <a title="ca ira: Gerhard Scheit - Suicide Attack" href="http://www.isf-freiburg.org/verlag/buecher/scheit-suicide.html" target="_blank">Suicide Attack</a>:</p>
<blockquote><p>Ohne den Impuls des jüdischen Messianismus gibt es keine Kritik. [...] Dieser Impuls [...] bedeutet an sich etwas durchaus Abstraktes: dass ein anderes Leben möglich ist&#8230;</p></blockquote>
<p>Mir scheint, mehr Vorsicht wäre hier angebracht, insbesondere wenn die Scholem&#8217;sche scharfe Trennung von jüdischem und christlichen Messianismus wirklich hinfällig ist, wie <a title="Wikipedia: Jacob Taubes" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jacob_Taubes" target="_blank">Jacob Taubes</a><sup><a href="#footnote1">1)</a></sup> in &#8220;<a title="Google Books: Der Preis des Messianismus" href="http://books.google.de/books?id=udsgC1gIeRYC" target="_blank">Der Preis des Messianismus</a>&#8221; behauptet. Vermutlich ist es notwendig, die Rezeption des Messianismus auch unter dem Aspekt des historischen Materialismus zu interpretieren. Die Frage müßte also lauten, was bedeutet Messianismus geschichtlich im Kontext der jeweiligen Klassenverhältnisse.</p>
<p>Das wäre eine Aufgabe, die noch zu leisten ist, oder zu der mir zumindest der theoriegeschichtliche Überblick fehlt. Als Arbeitshypothese könnte vielleicht folgendes dienen: Messianismus als Erwartung der Erlösung aus einer Gruppe heraus entspricht viel eher den Kräfteverhältnisse der Moderne, als denen der Postmoderne. So gesehen ist der Messianismus vorallem eine Organisationsfrage, und sich heute positiv auf ihn zu beziehen, scheint vor allem eins zu sein: nostalgisch.</p>
<p><em><sup><a name="footnote1">1)</a></sup> auf Jacob Taubes bin ich mal wieder durch die Jungle World aufmerksam gemacht worden. Fast scheint es, als ob der Scholem sehr kritisch gegenüberstehende Taubes in einer Art &#8216;gegenstrebigen Fügung&#8217; als erweiterte Antwort auf die <a title="artikel zum thema antideutsch auf diesem blog" href="http://blog.minimeta.de/tag/antideutsch/">kurze Debatte</a> über die Grundlagen antideutscher Ideologie in der Jungle World rezensiert wurde</em></p>
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